Sozialpraktikum 2017
Wenn "sozial handeln" auf dem Stundenplan steht

Das Collegium Augustinianum Gaesdonck gewährte seinen Oberstufenschülern im bereits 18. Jahr einen Einblick in die Realität unserer Gesellschaft. Ganze drei Wochen dienten seitdem zur Stärkung und Aneignung von sozialen Kompetenzen und zum Sammeln von Erfahrungen für das Leben. So auch in diesem Jahr 2017 in unserer Stufe EF. Die 40 Schüler der Jahrgangsstufe EF sollen getreu dem Schulmotto „Christlich leben, Sozial handeln, Begabungen entfalten“ in verschiedenen Einrichtungen, wie z. B. Kindergärten, Grundschulen, Krankenhäusern und Seniorenheimen im Zeitraum vom 19.06. bis 9.07. ihr Sozialpraktikum verbringen. Ganze drei Wochen lang ließ sich unsere Stufe auf zahlreiche Fragen ein, wie „Spielen wir was zusammen?“, „Gehst du mit mir raus?“, „Kannst du mir was zu trinken bringen?“, und absolvierte das Praktikum mit großem Erfolg und besonderer Leistung, die nicht nur für die Betreuten von großer Bedeutung waren, sondern auch für uns Schüler.



Die gesammelten Erfahrungen und Kompetenzen wurden in einer Reflexionsveranstaltung ausgetauscht. Dabei beschäftigten wir uns intensiv mit unseren vollführten Handlungen, Gedanken und Gefühlen in der verbrachten Zeit im Sozialpraktikum. Während wir unsere Erlebnisse reflektierten und Erfahrungen teilten, diskutierten wir über Kommunikation und Konfliktbewältigung. Aber auch die persönlichen Beziehungen zu Senioren, Kindern und Patienten bildeten den Schwerpunkt des Gesprächs. Dabei bemerkte unsere Stufe schnell, dass schwierige und kontroverse Situationen bei jedem auf dem Tagesplan standen.



Die im Kindergarten tätige Mitschüler berichteten, dass das Erlernen von Einfühlsamkeit von ihnen erbracht werden musste, um mit Kindern kommunizieren zu können. Sie erkannten das begrenzte Verständnis und die Direktheit von kleinen Kindern und lernten damit umzugehen. Ihr gewohnter Tagesablauf ähnelte stark dem eines Erziehers. Der Tag begann im Durchschnitt um 8:00 Uhr morgens und bestand nicht nur aus Spielen, Malen und Basteln, sondern auch aus Lernen und Beaufsichtigen. Eine große Verantwortung wurde den Schülern auf die Schultern gelegt, denn die Vorbildfunktion war stets da. Diese Schüler unterstützten die Erzieher nicht nur beim Spielen mit den Kindern, sondern auch beim Mittagessen, Saubermachen und Unterhalten der Zu-Erziehenden am Nachmittag. Im Durchschnitt endete der Tag eines Praktikanten um 16:00 Uhr. Wiederum andere Schüler waren im Krankenhaus tätig. Ihre Hauptaufgabe bestand im Verständnis der Patientensituation. Darauf basierend mussten Handlungen in diversen Situationen neu überdacht werden. Auch hier spielte die Einfühlsamkeit eine zentrale Rolle. Ähnlich war es in anderen Bereichen, wie z.B. in Altersheimen oder aber in Reittherapien. Die Arbeitszeiten waren Einrichtung für Einrichtung unterschiedlich und basierten auf dem Alter der Praktikanten. Auch waren die zu erfüllenden Aufgaben bei jedem Praktikanten individuell. Dennoch waren Gemeinsamkeiten aufzufinden. Jeder Schüler aus unserer Stufe wurde mit verschiedenen Persönlichkeiten und Verhaltensweisen konfrontiert. Im Allgemeinen erforderte das Praktikum bereits erworbene soziale Fähigkeiten. Unsere Stufe war überzeugt davon, dass Pünktlichkeit, Verlässlichkeit, Offenheit, Hilfsbereitschaft, kooperative Fähigkeiten, Flexibilität und Geduld eine zentrale Rolle spielen würden. Tatsächlich benötigten wir diese stets. Allerdings konnten wir durch das Praktikum weitere soziale Kompetenzen erwerben. Viele von uns machten die Erfahrung, dass Empathie, Toleranz und Involvierung in neue Situationen ebenfalls von großer Bedeutung waren. Unsere Aufmerksamkeit wurde in den meisten Fällen auf die Bedürfnisse anderer gelenkt. Dies erforderte vollste Konzentration und Kraft. Der Fokus lag stark auf dem Wohlbefinden der Betreuten. Einigen fiel diese Umstellung leicht, anderen wiederum nicht. Abschließend können wir als Stufe sagen, dass die bereits erworbenen sozialen Kompetenzen durch das Praktikum gestärkt und neue sozialen Befähigungen erworben wurden. Außerdem unterstützte die dreiwöchige Erfahrung einige Schüler bei ihrer Berufswahl. Somit war das Sozialpraktikum eine Bereicherung für jeden unserer Schüler in der diesjährigen Stufe EF.

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